Dina Savi "Tanjas Schuhe" 1997
Öl auf Kreide
50 x 70 cm
 
 
   
Geboren wurde Dina Savi 1957 in Belluno, einer Provinzstadt in
Venetien. Unweit hiervon lebte sie bis zu ihrem achten Lebensjahr bei
ihren Grosseltern in Tisoi, einem kleinen Dorf zwischen Ausläufern
der Dolomiten. Hier begleitete sie die Bauern auf ihren Wegen zu den
oberen Höfen, half bei der Heuernte und den Stallarbeiten.

 

    Typische Szene aus Dinas Heimatdorf
   

 

    Prägende Eindrücke durch die Natur und das Dorfmilieu bestimmten
auch die Wurzeln ihrer künstlerischen Begabung. So konnte sie bei der malerischen Schilderung der Dinge in ihrer Umgebung auf die Gegenstände ihrer Kindheit zurückgreifen, diesen köstlichen, königlichen Reichtum, dieses Schatzhaus der Erinnerung.

 

   



"Wenden Sie Ihre Aufmerksamkeit zu Ihrer Kindheit. Versuchen Sie die versunkenen Sensationen dieser weiten Vergangenheit zu heben; Ihre Persönlichkeit wird sich festigen...sich erweitern und wird eine dämmernde Wohnung werden, daran der Lärm der anderen fern vorübergeht."

Aus "Briefe an einen jungen Dichter" von R
ainer Maria Rilke

 
   

 

    Mit acht Jahren siedelte sie zu ihren Eltern in die Schweiz. Hier malte
ihr Vater in seiner Freizeit hauptsächlich in Öl. Dina wurde gross
mit dem Geruch von Terpentin und der Staffelei, die oft abends in der
Küche stand.

 

   

Hier konnte sie erste Bilderfahrungen sammeln; ihre musische Begabung hat sie aus dem Elternhaus mit auf den Weg bekommen:
"Vom Väterchen die Frohnatur,
vom Mütterchen den Ernst des Lebens..."

 
                                           Dina 1976 in der Schweiz

 

   
 
"Schaukelstuhl" Ölskizze von
Dina Savi, 2000.


Vom Temperament ihres Vaters Emilio Savi
muss wohl in ihren Zeichen- und Malstil einiges eingeflossen sein.


 

 

   
Nach der mittleren Reife, und daran anschliessender
kaufmännischer Lehre,
zog Dina 1976 nach
London, wo sie anfangs
als Au-pair-Mädchen und später kaufmännisch
tätig war in der
Im- und Exportabteilung bei Davum Steel.



     
   Dina 1976 in London
 
   

 

    Eines nachts, in einer Bar in Soho, lernte sie ihren späteren Mann
kennen, mit dem sie zwei Kinder zeugte. Woraufhin sie sich
Dina Savi-Weitowitz nannte.
Schon bald entfleuchte sie an der Seite ihres im diplomatischen Dienst
tätigen Gatten mit kompletter Familie in die weite Welt, wo ihr
ausgedehnte Erlebnisse zuteil wurden, wie sie in der Heimat so nicht
möglich gewesen wären.

   








Wüstenschloss Al-Ukhaidir, südlich vom Razaza See, sassanidische Epoche, 8.Jh.
 


Während der Dienstzeit ihres Mannes in Bagdad, Irak, war
Dina nicht ausschliesslich als Hausfrau und Mutter tätig.
Auf diesen Bildern ist sie 1990 als Touristin zu sehen.
Auch diese grossartigen Eindrücke aus dem Zweistromland
werden später in ihr bildnerisches Werk einfliessen.

 

 

   

Foto oben:
Während eines
religiösen Feiertages auf dem Zuquala
in Äthiopien


Zeichnung rechts:
"
Topfpflanze"
Graphit, 40 x 50 cm

  Der Aufenthalt in Äthiopien von 1991 - 1996
bedeutete für Dina Neuorientierung. Schon deshalb, weil sie Mal- und Zeichenunterricht an der School of Fine Arts in Addis Abeba erhielt in den
Techniken Aquarell, Tempera und Ölfarben; zeichnerisch insbesondere
mit Graphit, wie in dieser Studie von Blättern aus dem Jahr 1994:


Später verfeinerte sie in privatem Unterricht ihre Maltechnik bei den Malerinnen
Silvie Le Seach (Frankreich)
und Barbara Tesfaye-Parker (Polen).



 

   


"Meine Wurzeln fand 
         ich durch die Kunst"



  Dina Savi wurde in Italien geboren, aufgewachsen ab ihrem achten Lebensjahr in der Schweiz, hat sie in England und Deutschland, im Irak und in Äthiopien gelebt, um sich schliesslich wieder in Deutschland niederzulassen. Wie andere Italiener, die heute in Deutschland leben, ist sie eine wahre Kosmopolitin, die ihre Wurzeln durch die Malerei wiedergefunden hat.

Corriere: Fühlen sie sich noch als Italienerin nach den vielen Jahren, die sie im Ausland verbracht und nachdem sie Italien als Kind schon verlassen haben?

Savi: Ja, vielleicht empfinde ich mich in mancherlei Hinsicht noch italienischer, als wenn ich zeitlebens in der Heimat geblieben wäre. Andererseits ist mir durch dieses weite Leben auch klar geworden, dass ich die Heimat in mir selbst finden muss. Die Auseinandersetzung mit der Kunst war mir dazu dienlich.

Aus einem
Interview-Beitrag von
Angela Sinesi
in "Corriere d'Ialia"
vom 2. Dez. 2000




Dina 2001/ Foto M. G.
   
 

Seit 1996 fand Dina in der Künstlergruppe NUMEN
in Bensberg eine künstlerische Heimat.
Unter verschiedenen anderen Aktivitäten porträtieren die
Zunftgenossen/innen sich
auch schon mal gegenseitig.
 
     
"Michael Gnade", 2000,
Pastellzeichnung von Dina Savi

 

"Dina", 1998, Pastellbild von Michael Gnade

         
www.michael-gnade.de
 


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